3 Dinge, die ich beim Zweithund anders machen würde

3 Dinge, die ich beim Zweithund anders machen würde

Unsere kleine Welpen-Serie geht heute doch tatsächlich schon in die vierte und damit vorerst letzte Runde. Heute geht es um das Thema Erziehung und darum, was ich beim Zweithund – oder allgemein beim nächsten Hund – von Beginn an anders machen würde.

Ich bin mit Hunden aufgewachsen. Doch Koa war und ist eine ganz andere Hausnummer, als die Schäferhunde, die mich in meiner Kindheit und Jugend begleitet haben. Koa ist in vielen Situationen vorsichtig bis ängstlich, dreht unheimlich schnell auf und kam vor allem als Junghund nur schwer zur Ruhe. Im Oktober wird meine kleine Motte drei Jahre alt und im Rückblick kann ich ganz klar sagen, dass ich bei ihr noch konsequenter hätte sein müssen, dann hätten uns viele Baustellen nicht ganz so lange begleitet.

Jetzt also zu den drei Dingen, die ich von Beginn an anders machen würde:

Konsequenz bei der Leinenführigkeit

Die Hunde, mit denen ich aufgewachsen bin, sind immer locker und lässig an der Leine gelaufen. Deshalb habe ich bei Klein-Koa auch so manches Zerren – „Uh, das ist ein Blatt, da muss ich hin!“ – einfach durchgehen lassen. War ja bei fünf Kilo Flausch auch noch tatsächlich ganz niedlich. Das hat sich allerdings schwer gerächt. Denn die Leinenführigkeit war und ist eine unserer größten und heftigsten Baustellen.

Stand heute läuft Koa in reizarmen Umgebungen oder in reizstarken Umgebungen, die sie gut kennt, wirklich schön an der Leine. Treffen wir aber auf zum Beispiel eine Katze oder sind in einer reizstarken Gegend unterwegs, die sie nicht kennt, ist das entspannte an der Leine laufen immer noch ein Problem. Ich kann euch versprechen: Das passiert mir beim nächsten Hund nicht mehr. Da werde ich von klein auf ganz stark auf eine immer durchhängende Leine achten…

Impulskontrolle früher trainieren

Was ich bei der Welpen-Version meines Hundes auch wirklich unterschätzt habe, ist der Jagdtrieb. Was als Welpe noch ganz niedlich war – tapsig einem Blatt oder Vogel hinterherlaufen – hat mir als Junghund einige graue Haare verursacht.

Gleiches Problem wie bei der Leinenführigkeit: Ich kannte das Verhalten nicht, die Hunde, mit denen ich aufgewachsen bin, haben keinerlei Jagdtrieb gezeigt. Heute weiß ich viel stärker, wie ich  die Anzeichen erkennen kann und würde viel früher reagieren und an der Impulskontrolle arbeiten.

Zum Glück habe ich bei Koa einigermaßen früh damit angefangen, so dass das Jagen – außer bei Katzen – wirklich kein großes Thema mehr für uns ist. Aber da werde ich bei ihr immer dran bleiben müssen. Denn in den vergangenen Monaten gab es immer gute und weniger gute Phasen.

Ruhe stärker einfordern

Seit Koa bei mir lebt, habe ich immer sehr auf Ruhezeiten geachtet. Mir war wichtig, dass sie drinnen gut und schnell zur Ruhe kommt. Das klappt auch an sich sehr gut. An sich. Denn Koa ist ein kleiner Kontrolletti und spritzt gerne mal mit auf, wenn jemand aufsteht und zum Beispiel in die Küche oder Richtung Toilette spaziert. Als sie kleiner war, habe ich sie nicht korrigiert. Damit habe ich erst angefangen, als sie schon älter war. In diesem Punkt wäre ich mit meinem heutigen Wissen auch schon früher konsequenter. Denn das zahlt sich in Sachen „entspannter Hund“ einfach aus.

Was soll ich sagen?! Nur durch Fehler lernt man. Und das Schöne an der Hundeerziehung ist ja, dass Hund wie Mensch lebenslang in der Lage sind, zu lernen und sich zu ändern. Auch wenn es manchmal schwerer fällt und vielleicht ein bisschen länger dauert, je älter man wird.

Und damit das nicht so aussieht, als wäre Koa ein totaler Problemfall – es gibt auch viele, viele Dinge, die die Fellnase wirklich toll macht und die ich auch immer wieder von klein auf genau so aufbauen würde. Zum Beispiel:

  • Von Welpenalter an üben, dass es völlig in Ordnung ist, wenn jemand in Ohren, Schnauze oder Augen schaut. Das hat sich beim Tierarzt einfach so bewährt. Ich sag nur: Granne im Ohr oder Augenentzündung.
  • Mit dem Welpen zu einem Kennenlerntermin zum Tierarzt zu gehen. Es gibt nur Leckerli, Streicheleinheiten und der Tierarzt tastet ein bisschen ab. Schon geschafft! Das hat bei Koa den Tierarzt so positiv verknüpft, dass sie wirklich gerne bei ihrem Tierarzt ist.
  • Mit der kleinen Fellnase in die Hundeschule gehen. Ich finde eine gute Welpenstunde einfach unheimlich wichtig für die Sozialisierung. Ob ich allerdings mit dem nächsten Hund noch einmal eine Begleithundeprüfung laufe, das kann ich heute noch nicht sagen. Aber das Trainieren mit anderen Hunden wird immer ein wichtiger Bestandteil meiner Hundeerziehung sein.
  • Qualität vor Quantität wird bei jedem künftigen Hund der zentrale Baustein meiner Erziehung bleiben. Mehr dazu könnt ihr in meinem Beitrag zum Thema Auslastung lesen.

Habt ihr auch Baustellen, die ihr beim zweiten Hund direkt anders angehen würdet? Oder habt ihr sogar einen Zweithund und seid das Thema Erziehung bei Nummer 2 anders angegangen? Das würde mich ja wirklich sehr interessieren. Lasst also gerne einen Kommentar da!

Wer sich für die ersten drei Teile der Welpenserie interessiert, kann hier weiterlesen:

Lasst es euch gut gehen!

Viele Grüße
Maike & Koa

6 Kommentare bei „3 Dinge, die ich beim Zweithund anders machen würde“

  1. Sophia & Lando sagt: Antworten

    Das sind genau die Dinge, die neben Boxentraining auch auf meiner Liste stehen. Bei Lando haben wir da auch nicht so konsequent drauf geachtet, generell waren wir nicht konsequent genug, dabei ist er ein Hund, der viel Konsequenz braucht und alles X mal hinterfragt.

    1. Hallo Sophia,
      genau das ist auch das „Problem“ mit Koa. Sie hinterfragt. Immer wieder. Das kannte ich tatsächlich in der Form von allen vorherigen Hunden nicht. Aber man lernt eben auch nie aus 😉
      Viele Grüße
      Maike

  2. Hallo Maike! Ein toller Beitrag, der mir ein klein wenig die Nachteile der Adoption eines erwachsenen Hundes aufzeigt. Flummi ist in reizstarken Umgebungen (besonders wenn andere Hunde anwesend sind) auch ein totaler Wirbelwind. Aber wir üben täglich! 🙂 Bei einem zweiten Hund würde ich die Welpen-Phase auch intensiv nutzen! 🙂
    Liebe Grüße,
    Kerstin

    1. Hallo Kerstin,
      ich muss sagen: Beim nächsten Hund werde ich im Zweifel tatsächlich eher einen Hund aus dem Tierschutz suchen. Trotzdem würde ich von Tag 1 an konsequenter an den Dingen arbeiten, die ich hier beschrieben habe. Das Alter des Hundes spielt dabei eher weniger eine Rolle – mehr meine Konsequenz 😉
      Viele Grüße
      Maike

  3. Ich würde tatsächlich auch fast ALLES anders machen 😀 ich hatte keine Erfahrung mit Hunden und ja..ich hab mich wohl zu fest vorbereitet und wollte alle perfekt machen. So stellte ich uns alle aber auch unter einen unheimlichen Druck! Das Resultat war ein viel zu volles Programm 1.5 Jahre lang..ich habe eine Havaneserhündin (Gesellschaftshund) und habe mit ihr SpassSport gemacht, Mantrailing, 3h täglich spazieren gehen – inkl Trainingseinheiten- und Zuhause immer noch Tricksen etc. Mit 1,5 Jahren war Gioia ein hibbeliger und gestresster Hund der Verhaltensauffälligkeiten zeigte..zum Glück kriegten wir noch die Kurve und kamen zu einer tollen Menschentrainerin 😉 Wir haben das Programm extrem runtergeschraubt..keine Trainings mehr; Hund sein und RUHE. Nun mit 3 jahren haben wir definitiv auch noch unsere Baustellen ABER Gioia ist nicht mehr so gestresst..wir lösen viel durch Management und vieles hat sich auch rein durch mehr Ruhe und weniger Druck gelöst. 🙂 Vorallem nehme ich sie so an wie sie ist..und ich liebe sie so wie sie ist.

    1. Das ist, glaube ich, auch der wichtigste Schritt: Den Hund annehmen, wie er ist. Jeder Hund ist anders und das ist am Ende ja auch gut so. Und toll, dass ihr eine gute Menschentrainerin gefunden habt, das ist ja leider auch nicht so einfach. Gute Tipps sind einfach Gold wert!

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