|Alltag| Ein Welpe zieht ein – Tipps für die ersten gemeinsamen Wochen

Nach meinen 5 Tipps für den Welpenkauf und meine persönlichen Empfehlungen für eine Erstausstattung für einen Welpen dreht es sich im dritten Teil meiner kleinen Welpen-Serie um den Einzug des neuen Familienmitglieds.

Ich kann euch sagen: Ich war irre aufgeregt und hab mich wahnsinnig auf Koa gefreut. Glücklicherweise durfte ich sie mehrfach bei der Züchterin besuchen, das hat die Wartezeit doch deutlich verkürzt 😉 Heute schildere ich euch, um was ich mich noch vor Koa’s Einzug gekümmert habe, wie die erste gemeinsame Autofahrt bei der Abholung so lief und wie ich die ersten Wochen mit Koa gestaltet habe.

Ein Hinweis in eigener Sache: Ich bin kein Hundetrainer und jedes Mensch-Hund-Team ist anders. Ich kann euch dementsprechend nur von meinen eigenen Erfahrungen zum Thema Welpen-Einzug berichten – alle Angaben also ohne Gewähr 😉

Das steht vor dem Einzug des Welpen an

Natürlich hatte ich mich vor dem Einzug der kleinen Fellnase schon um die Erstausstattung gekümmert. Und das Buch Welpen-Erziehung** von Katharina Schlegl-Kofler zog noch vor Koa bei mir ein. Dieses Buch kann ich persönlich nur von Herzen empfehlen, denn es ist wochenweise aufgebaut und gibt tolle Tipps.

Um zwei weitere Dinge habe ich mich vor dem Einzug des Welpen noch gekümmert: Zum einen habe ich die Wohnung welpensicher gemacht, also ein paar Kabel so verräumt, dass Koa sie nicht anknabbern kann. Bestimmt Pflanzen sind für Hunde übrigens giftig, also mit offenem Blick durch die Wohnung laufen und giftige Pflanzen außer Reichweite stellen! Zum anderen habe ich mich über Hundeschulen in der Region informiert. Bei meinem Favoriten habe ich mir eine Welpenstunde noch ohne Hund angeschaut und mich mit der Trainerin unterhalten. So weiß man, was auf einen zukommt und ob die Hundeschule zu den eigenen Vorstellungen passt.

Die erste gemeinsame Autofahrt nach Hause

Glücklicherweise wohnt meine Züchterin quasi um die Ecke, wir hatten also nur kurze 15 Minuten Fahrt. Ich habe meinen Vater gebeten, das Fahren zu übernehmen, damit ich mich um Koa kümmern kann. Für die kurze Strecke habe ich sie vorne zu mir in den Fußraum genommen. Hätten wir eine weitere Strecke fahren müssen, hätte ich sie schon in ihre Box im Kofferraum gesetzt. Wichtiger Tipp: So mancher Welpe muss ich bei der Fahrt übergeben, ist ja auch irre aufregend. Von daher empfiehlt es sich, ein Handtuch oder Küchenrolle griffbereit zu haben.

Bei einer längeren Strecke unbedingt ausreichend Pausen machen, damit sich die kleine Fellnase lösen kann. Denkt daran, dass eine Welpenblase noch nicht so lange durchhält…

Der Welpe zieht endlich ein

Der in meinen Augen beste Tipp aus dem Buch Welpen-Erziehung ist: Die erste Woche ganz ruhig angehen lassen. Haus und Garten genügen dem Welpen völlig, denn auch da gibt es für so einen kleinen Wurm wahnsinnig viel zu entdecken. Und so gerne man den Welpen Freunden und Familie vorstellen möchte: Lasst den Welpen erst mal ankommen und euch kennen lernen. Denn ihr seid jetzt die wichtigsten Personen in seinem Leben. Für den Rest habt ihr noch viele, viele Jahre Zeit 😉

Die erste Nacht war bei uns übrigens furchtbar. Koa hat die ganze Nacht herzerweichend gejammert, gebellt und gejault. An Schlaf war da nicht zu denken. Ich habe das aber – auch wenn es mir fast das Herz gebrochen hat – ignoriert. Das war ein Tipp meiner Züchterin. Und siehe da: Die zweite Nacht war schon schmerzloser, aber der dritten Nacht hat Koa durchgeschlafen.

Geschlafen wurde als Welpe in einer Softbox neben meinem Bett. Das hat einen entscheidenden Vorteil: In der Regel vermeiden es Hunde, ihren Schlafplatz zu beschmutzen. In einer Box meldet sich der Welpe also, wenn er raus muss – sehr praktisch, kann ich euch sagen.

Und da wären wir auch schon bei einem Punkt, der anfangs irre anstrengend ist: Der Welpe muss sehr regelmäßig raus, um sich zu lösen. Zu Beginn war das tagsüber im zwei bis drei Stunden Takt. Je älter der Welpe wird, umso länger hält er es natürlich aus. Beobachtet den Welpen, ihr lernt schnell die Anzeichen zu lesen, wann er raus muss. Grundsätzlich ist es immer gut, nach dem Aufwachen und Spielen raus zu gehen. Ein fester Löseplatz macht es auch leichter, denn dann weiß der Welpe recht schnell, um was es geht.

Die ersten aufregenden Wochen mit einem Welpen

Nach der ersten Woche könnt ihr nach und nach den Welpen euren Freunden vorstellen und die nähere Umgebung gemeinsam erkunden. Denkt aber dran: Haltet die Runden kurz. Es prasseln so viele Eindrücke auf die Kleinen ein, da reichen wenige Minuten. Und sorgt dafür, dass sich der Welpe in der Wohnung immer zurückziehen kann, wenn er das möchte. Wenn ihr so einen Rabauken wie Koa habt, der auch Zuhause kein Ende kennt, müsst ihr von klein auf Ruhe üben.

Mit 10 Wochen ging es für Koa dann auch in die Welpenstunde. Das war mir unheimlich wichtig für ihre soziale Kompetenz – mal abgesehen, dass so viele Welpen unterschiedlicher Rassen auf einem Haufen einfach unglaublich niedlich sind 🙂

Auch etwa zu dieser Zeit habe ich auch einen Termin beim Tierarzt vereinbart – und zwar einen reinen Besuchstermin. Wir sind hin, haben uns gemeinsam die Praxis angeschaut und den Tierarzt kennen gelernt. Der hat Koa nur ein bisschen abgetastet, in die Ohren und Augen geschaut und ihr vor allem so einige Leckerli gegeben. Damit hat Koa den Tierarzt sehr positiv verknüpft. Als es dann kurz darauf zur Impfung ging, war das gar kein Problem. Auch heute geht Koa gerne und angstfrei zum Tierarzt – zum Glück.

Was mir persönlich in den ersten Wochen unheimlich wichtig war – und das ist auch mein großer Appell an alle Neu-Hundebesitzer: So mancher Welpe muss Ruhe erst lernen. Denn schläft ein Welpe zu wenig, kann er das Gelernte und Entdeckte nicht verarbeiten, das Stresslevel steigt. Mein liebster Spruch dazu: Nach müde kommt blöd. Das ist bei Koa auch heute noch so. Ein Welpe und auch später der ausgewachsene Hund brauchen keine Dauerbespaßung, sondern haben ein hohes Schlafbedürfnis, das irre wichtig für das Wohlbefinden ist.

Auf dem Blog von Bothshunde findet ihr einen tollen Beiträge zum Thema Schlafbedürfnis und Auslastung, die ich nur empfehlen kann.

Ich habe in den ersten Wochen und Monaten mit Koa auch kaum getrickst. Natürlich ist es unheimlich niedlich, wenn ein Welpe und Junghund viele Tricks kann. Mir persönlich war und ist aber viel wichtiger, dass die Grundkommandos wie Sitz, Platz und vor allem der Rückruf sitzen. Genauso wichtig ist übrigens auch ein gut sitzendes „Lass es“. Koa hat als Welpe nämlich wie ein kleiner Staubsauger draußen alles in den Mund genommen, was sie finden konnte – Kaugummi, Tempo, Zigarettenstummel und so weiter…

Zuhause hatten wir übrigens immer was zum Kauen für Koa da. Zum Beispiel einen Kong oder eine Torgas Kauwurzel. Ich wollte genug Alternativen da haben, damit sie weder Möbel noch Schuhe anknabbert. Aber da hatte ich mit Koa auch Glück. Meine Sachen haben sie nie interessiert. Zerfetzt hat sie nur ihre Stofftiere und das durfte sie ja auch 😉

Ein letzter Tipp: Seid geduldig und vor allem konsequent. Koa hat mich in den Wochen 9 bis 11 wirklich heftig Nerven gekostet. Sie war ein Satansbraten. Aber mit Geduld und Konsequenz haben wir auch diese Phase überstanden. Bleibt dran 🙂

Das waren sie, unsere Tipps zum Welpen-Einzug. Das nächste Mal erzähle ich euch, was ich rückblickend bei der Welpenerziehung anders machen würde.

Viele Grüße
Maike & Koa

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6 Kommentare bei „|Alltag| Ein Welpe zieht ein – Tipps für die ersten gemeinsamen Wochen“

  1. Unser Welpe schläft auch in einer Box neben unserem Bett. Wir haben von unserem Züchter eine Decke und einen kleinen Polster bekommen, die nach der Hundemama und den Geschwistern gerochen haben. Diese haben wir in die Box gelegt. Unsere Maus hat ihre Box von Anfang an geliebt und hat seit der ersten Nacht durchgeschlafen. Ich vermute, dass ihr der Geruch Sicherheit vermittelte und sie sich deshalb dort so geborgen fühlt.
    Liebe Grüße, Simone

  2. Mal schauen wie es bei unserer Maus wird. Sie ist ja noch klein 😉

  3. Wir haben schon immer auf die Box verzichtet … denn bei uns herrscht für alle Hunde freie schlafplatzwahl und uns ist es wichtig, dass auch der Zwerg das so lernt (hat bisher bei allen Hunden auch gut funktioniert). Das bedeutet aber auch, dass man etwas mehr auf den Welpen achten muss, da einfach die Möglichkeit größer ist zum lösen irgendwo im Haus zu verschwinden 😉 Wir machen es so, weil es uns wichtig ist, dass die Zwerge auch dann Ruhe finden, wenn es nicht „ihre“ Box gibt.
    Ansonsten sind bei uns die ersten Monate wirklich sehr ruhig und entspannt und das Programm wird erst dann etwas mehr, wenn wir merken, der Welpe hat verstanden wie wichtig Ruhe ist!
    Wir hatten bisher auch meistens Glück mit den Welpen … bei uns fingen die „nervigen“ Phasen immer erst mit dem Junghundealter an.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow – der jetzt so langsam anfängt mit nervigen Momenten!

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  5. Welpen, ja, nun ja… jede Menge Aufregung (und das kommt in dem Beitrag gar nicht so rüber, eigentlich schade, man freut sich doch am meisten auf die Erlebnisse, Erfolge und gerade auch Mißerfolge die andere so haben, nicht wahr)… wir haben sie erlebt, als unbedarfte Welpenerzieher (und -erzogene), als erfahrene solche (und schon kamen die Überraschungen, mit denen wir nicht gerechnet hatten) und als Züchter. Mit Mischlingen – Tierheimhunden – und mit Rassehunden. Übrigens eine Erfahrung: im Zwinger gezüchtete Hunde tun sich mit der Reinlichkeitserziehung ungleich schwerer. Unsere eigenen, aus unserer Zucht durften immer im Menschenkontakt heranwachsen und wurden wunderbar schnell sauber. Was sie nicht gehindert hat, alles mögliche sonst anzustellen. Und die Putzarbeit vorher, ja, die hatten wir nach diesen ersten paar Wochen, in denen Mama alles erledigt. Sie haben wirklich schnell begriffen: ab in den Garten! Aber bis dahin und danach kleinere Unglücksfälle nicht gerechnet – es hat wirklich Spaß gemacht und so weiter, aber es ist jede Menge Aufwand! Als dann klar war, wohin sie kommen, haben wir das genau umgekehrt gemacht: ich habe die zukünftigen Hundeführer gebeten, mir irgendwas, ein Handtuch, noch besser Unterhemd oder was, möglichst ungewaschen und gebraucht zu geben, das bekam dann der gemeinte Kleine und ja, es hat durchaus einen Effekt gehabt.
    Die Box finde ich auch insofern empfehlenswert, als sie wenn es die fürs Auto ist gleich auch noch lernt, dass das ein geschützter Vertrauensbereich ist.
    Abschließend bleibt festzustellen: wir hatten alle möglichen Haus- und Wildtiere (letztere wurden grundsätzlich wieder ausgewildert, wenn sie es geschafft haben), sie sind alle bereichernd und beschmutzend, aber ein Leben ohne Hund – nein, geht gar nicht. Um Loriot zu paraphrasieren: ein Leben ohne Dackel ist möglich, aber sinnlos. Bei ihm waren es Möpse und typischerweise ließ er ja durchaus offen, ob er seine plattnasigen Zwerdoggen oder sonst was meinte. Aber unsere Hunde haben alle richtige Hundenasen.

    1. Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar! Als Mensch, der mit Hunden groß geworden ist, kann ich nur zustimmen: Ein Leben ohne Hund IST möglich, aber tatsächlich weniger ausgefüllt. Egal wie viel Dreck sie machen, Nerven sie kosten, Geld sie kosten und Sorgen sie machen: Sie geben einem so viel Liebe und Freude zurück.

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